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Führungswechsel bei der Wörgler Lesepatenschaft

Mittlerweile sind sie aus dem Wörgler Pflichtschulbetrieb nicht mehr wegzudenken – jene Freiwilligen, die in die Schulen kommen, um lernschwache Kinder beim Lesenlernen wirkungsvoll zu unterstützten. Rund 70 Kinder wurden im vergangenen Schuljahr vorwiegend an den Volksschulen von ehrenamtlichen Lesepaten und Lesepatinnen betreut. Die vor 10 Jahren ins Leben gerufene Lesepatenschaft Wörgl  sucht für den Schulstart im Herbst weitere Mitglieder zur Verstärkung ihres Teams, bei dem bei der Jahreshauptversammlung am 27. Juni 2018 ein Führungswechsel erfolgte.

Zur Förderung weniger begabter Kinder wurde die Lesepatenschaft Wörgl 2008 von Klaus Sedlak, Hans Gwiggner und NMS2-Direktor Hubert Kronberger ins Leben gerufen, drei Jahre später erfolgte die Vereinsgründung. Nach Gründungsobmann Klaus Sedlak übernahm Reinhard Todeschini 2014 die Leitung, im Büro tatkräftig unterstützt von Edith Schwarz, die acht Jahre lang das Büro verwaltete. Aus gesundheitlichen Gründen legte er nun sein Amt nieder und stellte bei der Suche nach einem Nachfolger fest, dass der gesamte Vorstand nach teilweise bereits mehreren Funktionsperioden für eine weitere nicht mehr zur Verfügung steht.

So stand die Lesepatenschaft Wörgl  vor der Herausforderung, alle Ämter neu zu besetzen. Mit einstimmigem Beschluss wurden Karl Deiters als neuer Obmann, als seine Stellvertreterin Anna Laiminger, als Kassier Waltraud Lechner, stellvertretend Martha Deiters, als Schriftführerin Sabrina Heiss und stellvertretend Magdalena Deiters gewählt.

„Wir verlegten unseren Einsatz in den vergangenen Jahren zunehmend an die Volksschulen, da Lesen die Basis für das Verständnis des gesamten Unterrichtes ist“, erklärte Todeschini und dankte dem scheidenden Vorstand sowie den Schulleitungen für das Entgegenkommen, insbesonders dem anwesenden NMS2-Direktor Hubert Kronberger fürs Büro in der Schule, von dem aus der Einsatz der Ehrenamtlichen koordiniert wird. Sie kommen in die Schulen, lernen dort intensiv je eine Schulstunde mit zwei Kindern. Die Lesepatenschaft Wörgl absolvierte 2017/18 eine 35-Stunden-Woche, wobei manche LesepatInnen nicht nur eine Schicht übernehmen. Spitzenreiterin ist derzeit Jutka Baska, die 20 Kindern hilft.

„Es gibt immer mehr Bedarf an Lesepaten“, erklärte Todeschini  und wies auf die Strategie des Vereins hin, durch Lesungen bekannter Autoren wie Christoph W. Bauer, Elias Schneitter, Niki Glattauer und 2017 Sepp Kahn das Wörgler Kulturangebot zu bereichern, damit auf die Lesepatenschaft aufmerksam zu machen und neue Mitglieder zu werben. Diese erhalten eine Einschulung für den Einsatz im Klassenzimmer sowie Unterlagen. Interessierte können telefonisch unter 0664/1060631 oder per Email unter woergl@lesepatenschaft.com Kontakt aufnehmen.

Mit dem Führungswechsel geht eine Ära zu Ende. „Wir wollen dem neuen Vorstand keine Altlasten mitgeben, sondern neuen Schwung“, erklärte Todeschini und nahm noch eine Ehrung vor: Gründungsmitglied Hans Gwiggner wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Ein besonderer Dank ging weiters an Schriftführerin und Büroleiterin Edith Schwarz sowie den Lehrer Daniel Aniser, der die Lesepatenschaft Wörgl mit Computer- und Medien-Service unterstützte und durch einen Schulwechsel seine Tätigkeit nun ebenfalls beendet.

„Von der Datenschutzgrundverordnung sind auch kleine Vereine betroffen. Wir benötigen von jedem Mitglied das Einverständnis, welche Daten erfasst und verwaltet werden. Die Formulare dafür haben wir bereits ausgearbeitet“, kündigte Karl Deiters den ersten Schwerpunkt in seiner Arbeit als neuer Obmann an, dankte dem scheidenden Vorstand für die hervorragende Vorarbeit und will die Stammtischrunden der LesepatInnen auch künftig aufrechterhalten: „Bitte nehmt daran auch teil! Unser Verein soll nicht nur seine Aufgabe erledigen. Mir ist es ein großes Anliegen, die sozialen Kontakte zu pflegen und zu vertiefen.“

Bericht von Veronika Spielbichler, vero-online.info